Archiv für die Kategorie 'Ideologie'

Antwort auf A. Kleinlerchers Kritik

Mittwoch, Juni 13th, 2007

(bezieht sich auf “Über die Schwierigkeiten, eine Doderer-Biographie zu schreiben”)

Das, was ich in meinem Artikel im Absatz 2 angekündigt habe, ist prompt eingetreten: …”Er (Doderer) ist also einer jener österreichischen Autoren, deren literarische Schaffensperiode in dieses verflossene Jahrhundert der Ideologien fällt und bei
denen daher die Gefahr besteht, dass die sachliche Annäherung an ihr Werk von der moralischen Beurteilung ihrer Person überlagert wird, besonders wenn es um die Literatur in der NS-Zeit geht.”

Es war mir ein Anliegen, einen Überblick über das Leben und Schaffen Doderer’s zu geben, ergänzt durch Informationen Haybachs (Abs.3), ich habe in keiner Passage Anspruch auf allumfassende Vollständigkeit der Darstellung seiner wechselhaften Lebensabschnitte erhoben. Kennzeichnend für den mir übersandten kritischen Artikel von Dr. Kleinlercher ist

Über die Schwierigkeiten, eine Doderer-Biographie zu schreiben

Donnerstag, März 15th, 2007

Überlegungen ausgehend von Christine Korntners Artikel „Heimito von Doderer - Spiegelbilder eines Schriftstellerlebens“ (Der literarische Zaunkönig. Zeitschrift der Erika Mitterer Gesellschaft, Nr. 1/2007, S. 15-24)

Wer über das Leben von Heimito von Doderer schreibt, muss sich, wie bei jeder Biographie, der ständigen Gefahr bewusst sein, mit fehlerhaften Informationen zu arbeiten. Diese können aus den Erinnerungen des Schriftstellers, seiner Zeitgenossen/innen oder aus Dokumenten stammen, seien sie nun gewollt oder ungewollt. Zusätzlich ist niemand vor eigenen Fehlinterpretationen gefeit. Mit diesem Bewusstsein gewappnet, können durch genaue Recherchen manche Fehler vermieden werden. Wichtig ist Offenheit, um nötigenfalls das Bild, das sich der/die Biograph/in vom Autor gemacht hatte, zu korrigieren.

Zu Wolfgang Fleischers Doderer-Biographie

Mittwoch, Februar 21st, 2007

Wolfgang Fleischers Doderer-Bographie ist nicht nur Lebensbeschreibung sondern vor allem Lebensbewertung - und das Ergebnis dieser Bewertung hat der gestrenge Herr Fleischer gleich als Titel vorangesetzt “Das verleugnete Leben….”. Deshalb muß es auch gestattet sein, sich mit den Schlüssen auseinanderzusetzen die Herr Fleischer aus den von ihm so umfassend recherchierten Fakten zieht.

Einer der Haupt- Dreh- und Angelpunkte um den der Beurteilungshammer Fleischers schwingt, ist selbstverständlich die NS-Zeit und Doderers Parteimitgliedschaft und für Fleischer wiegt diese Mitgliedschaft geradezu tonnenschwer. Wenn Martin Mosebach in seinem kürzlich erschienen Aufsatz davon spricht diese sei “federleicht” gewesen, kann man das natürlich nur als kapitalen Blödsinn bezeichnen!

Mosebachs Doderer und sein Schöpfen aus “unreiner Quelle”

Donnerstag, Februar 8th, 2007

“Zu den ‘Commentarii’ des Heimito von Doderer”, so lautet der Untertitel von Martin Mosebachs 73-Seiten Buch “Die Kunst des Bogenschießens und der Roman”, doch über diese, Doderers Tagebücher von 1951 bis 1966, ist darin nur wenig zu erfahren. Dafür äußert er sich auf knapp eineinhalb Seiten abschätzig über Wolfgang Fleischers Buch “Das verleugnete Leben. Die Biographie des Heimito von Doderer”: “[N]icht weniger als eine Verleumdung“ sei es, im Falle Doderers „von einem ‘verleugneten Leben’” zu sprechen, schreibt Mosebach (S. 18).